WAS IST DEMENZ – LEBENSGESTALTUNG MIT DEMENZ

Was ist Demenz?

Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der im Alter Nervenzellen und Synapsen im Gehirn geschädigt werden. Mit Demenz verbindet man meist Morbus Alzheimer, doch es gibt auch andere Formen von Demenz. Demenz ist eine Krankheit, die nicht geheilt werden kann. Typischerweise erkennt man Demenz an Störungen des Gedächtnisses.

Was sind die Symptome bei Demenz?

Neben den Gedächtnisstörungen, die vor allem das Kurzzeitgedächtnis betreffen, gibt es noch andere Symptome wie Sprachstörungen, Schwierigkeiten, sich örtlich und zeitlich zurechtzufinden und Konzentrationsstörungen. Hinzu treten auch emotionale Störungen wie etwa Gereiztheit. Ob bei diesen Symptomen tatsächlich eine Gehirnerkrankung vorliegt, muss durch ärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

Gedächtnis und Denkvermögen bei Demenz

Durch die Gehirnerkrankung ist das Kurzzeitgedächtnis gestört. Daher können an Demenz Erkrankte keine neuen Information aufnehmen. Auch das Langzeitgedächtnis ist beeinträchtigt. Bereits Erlerntes geht verloren. Dadurch, dass die Informationsverarbeitung beeinträchtigt ist, geht auch die Fähigkeit zum vernünftigen Urteilen verloren.

Demenz und emotionale Kontrolle

Durch die Gehirnerkrankung und die beeinträchtigte Informationsverarbeitung kann es bei Demenzkranken auch zu Veränderungen der Persönlichkeit kommen. Einerseits sind Betroffene einerseits leichter reizbar und unruhig, andererseits verhalten sie sich auf der emotionalen Ebene ungehemmt. Auch Angst und Wahnvorstellungen sind möglich psychische Symptome.

Welche Demenzformen gibt es?

Demenz ist im Allgemeinen der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik, die im höheren Lebensalter einsetzen. Morbus Alzheimer macht 50 bis 75 % aller Demenzerkrankungen aus. Hierbei wird nach und nach bei irreversiblem Krankheitsverlauf die Verbindung der Nervenzellen im Gehirn geschädigt. Etwa 20 % aller Demenzerkrankungen macht die Lewy-Körperchen-Demenz aus, bei der die Bildung des Neurotransmitters Dopamin verringert wird. Die vaskuläre Demenz hingegen wird durch Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst. Daneben gibt es noch Formen der Demenz, die durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Demenz durch direkte Erkrankung des Gehirns

Wenn die Nervenzellen im Gehirn geschädigt sind und es dadurch zu einer Beeinträchtigung der mentalen Fähigkeiten kommt, spricht man von Demenz. Eine Schädigung der Nervenzellen im Gehirn kann nicht geheilt werden. Die Alzheimer Erkrankung macht den grössten Teil bei Erkrankungen an Demenz aus.

Wenn es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn kommt, kann das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Gehirnzellen werden dadurch geschädigt oder sterben ab. Bluthochdruck und Diabetes (Typ II) sind Risikofaktoren für die vaskuläre Demenz. Nach der Alzheimer Erkrankung ist dies die zweithäufigste Form der Demenz. Geschädigte Bereiche des Gehirns können nicht geheilt werden. Durch verschiedene Massnahmen kann jedoch der Krankheitsverlauf der vaskulären Demenz günstig beeinflusst werden.

Demenz, die durch andere Erkrankungen verursacht wird

Durch Erkrankungen im Hormonhaushalt (z. B. Störungen der Schilddrüsenfunktion), Erkrankungen des Stoffwechsels, durch Mangelerscheinungen (z. B: Vitamin B 12-Mangel, Dehydrierung) oder Stress und Depressionen können dieselben Symptome einer Demenz auftreten wie bei einer direkten Erkrankung des Gehirns.

Vorbeugung von Demenzerkrankungen

Eine gesunde Ernährung sowie frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen auf Risikofaktoren wie Adipositas, Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes bereits ab einem Alter von 30 Jahren könnten neben geistiger und körperlicher Aktivität vaskulärer Demenz vorbeugen. Ein Überschuss vom Stresshormon Cortisol kann zu ähnlichen Symptomen wie bei einer Demenzerkrankung führen. Dies legt nahe, dass neben einem gesunden Lebensstil auch die Gesundheit der Psyche eine grosse Rolle spielt und verlangt nach einer Gesellschaft, die achtsam miteinander umgeht – mit dem Nachbarn, mit dem Fremden auf der Strasse, im Beruf und im Alltag.

Demenz und PTBS

Forschungsergebnisse legen nahe, dass eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) eine Demenzerkrankung begünstigen kann. Daher müssen sich Pflegende neben der Biografie des Einzelnen auch mit der Zeitgeschichte auseinandersetzen, um den Demenzkranken Sicherheit zu geben, Ressourcen zu aktivieren und Retraumatisierung auszuschliessen. Für die Gegenwart bedeutet das auch, dass Menschen, die Traumata durchleben müssen, seien es nun zum Beispiel Flüchtlinge, Opfer von Gewalterfahrung oder Ersthelfer ohne Ausbildung, zeitnah eine Unterstützung des nahen Umfeldes wie auch aus professioneller Sicht erfahren.

Positive Lebensgestaltung bei Demenz

Dadurch, dass die Kommunikation der Nervenzellen bei einer Demenzerkrankung fortschreitend schlechter funktioniert, sind demenzerkrankte Menschen zunehmend zeitlich, räumlich und situativ desorientiert. Man kann sich das wie einen Fahrplan, wie ein Puzzle, wie ein Buch vorstellen, aus dem fortwährend Teile verschwinden. Das kann von Gedächtnisstörungen über Halluzinationen bis hin zum Gedächtnisverlust führen. Trotz dieser Defizite ist mit ausreichender Betreuung eine positive Lebensgestaltung möglich.

Demenz: Der Verstand geht, das Gefühl bleibt

An Demenz Erkrankte können durch die Schädigung ihrer Gehirnzellen nicht mehr lernen, da das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert. Daher kann man ihr Verhalten nur geduldig annehmen. Es ist wichtig, zu wissen, dass die betroffenen Menschen nach wie vor fühlen. Auf der Gefühlsebene lassen sich Demenzkranke auch erreichen, wenn man sie auf der Verstandesebene nicht mehr erreicht. Dies erfordert zunächst ein Umdenken beim Umfeld, stellt auch eine Herausforderung dar, kann aber zu sehr schönen Momenten fühlen.

Wie strukturiert man den Alltag, wenn man an Demenz erkrankt ist?

Ein strukturierter Alltag, unterstützt durch Merkhilfen, hilft Demenzerkrankten, länger eine gewisse Sicherheit und Unabhängigkeit bewahren zu können. Angehörige, Nachbarn und Freunde sowie Betreuungsperson können hier unterstützend wirken.

Einsatz von technischen Hilfsmitteln bei Demenz

Die uneingeschränkte selbstständige Lebensführung ist für Demenzkranke nicht mehr möglich. Doch technische Hilfsmittel können für mehr Sicherheit sorgen und der Orientierung dienen. Ortungssysteme, Bewegungsmelder, Zeitschaltuhren oder Rauchmelder seien hier beispielhaft angeführt.

Leben mit Demenz – Geschichten von Betroffenen und Betreuern

Die SRF Doku zeigt, wie Demenzkranke in Würde leben können. Sie zeigt auf, wie Angehörige sowie Betreuer damit umgehen und damit für Lebensqualität der Betroffenen sorgen.

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